Naturschutz SAV Ortsgruppe Betzingen

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Informationen zu den Renaturierungs-und Pflegemaßnahmen im

Biotop Süd des SAV Betzingen

 

Biotop-Schild


Naturschutz

Teich 1


Seit Jahrzehnten engagieren sich die Naturschutzwarte des SAV Betzingen für den Biotop- und Artenschutz. Als erster stellte sich Alfred Görlach in den Dienst der Sache. Ihm folgten Kurt Necker, Kurt Pfingsttag, Albert Rehm, Ewald Fischer, Arthur Rehm, Rudi Digel sowie aktuell Karl Reuter jr. und Karen A. Böhme. Neben dem Streifendienst in den verschiedenen Naturschutzgebieten der Schwäbischen Alb mit Standorten besonders geschützter Tiere und Pflanzen gilt es vor allem die Naturdenkmäler zu überwachen. Leider ist von den sechs Naturdenkmälern, die wir in Betzingen hatten, durch Wohn- bzw. Verkehrsbauten nur noch eines übrig geblieben. Es ist das Schneckenpflaster im Echazbett beim neuen Schulhaus.

1990, vor 25 Jahren, stellte die Stadt Reutlingen der SAV Ortsgruppe Betzingen ein ca. 30 Ar großes Feuchtwiesengrundstück im Guckental zur Verfügung. Über Jahre konnte durch Renaturierungsmaßnahmen ein abwechslungsreiches Feuchtbiotop mit Tümpeln, Wasserlöchern und Feuchtwiesen umgeben von Büschen und Bäumen geschaffen werden. Wurzelstöcke, Holzstapel sowie Laub- und Reisighaufen dienen Amphibien und Reptilien als Versteck und zur Überwinterung. Besonnte Steinplatten-Stapel bieten Gelegenheit zum Sonnenbad.

Aufgrund der Vielfalt der Lebensräume im Biotop, aber auch der direkten Nähe zum Breitenbach sowie weiteren Tümpeln und Waldgebieten auf dem Gelände des angrenzenden FFH-Gebiets konnten zahlreiche seltene Tiere und Pflanzen dauerhaft einen Lebensraum finden.

Zwei Orchideenarten, das Fuchs' Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii) und das Fleischfarbene Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata) blühen heute jedes Jahr mit je ca. 20 Einzelpflanzen.

Fleisch KnabenkrautFuchs Knabenkraut

Links: Fleischfarbenes Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata), rechts: Fuchs' Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii)


Auch die besonders geschützte gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus) wächst in einem durch den Schwäbischen Albverein angelegten und gepflegten Tümpel auf dem Biotopgelände.

Teich 2

Im Frühjahr findet man in den Wasserlöchern und Tümpeln unterschiedlicher Tiefe den Laich verschiedener Froschlurche wie Teichfrosch (Rana esculenta) und Grasfrosch (Rana temporaria), der Erdkröte (Bufo bufo) sowie der Gelbbauchunke (Bombina variegata). Auch Laubfrösche (Hyla arborea) finden sich immer wieder ein.

KaulquappenKroetenlaich


Links: Kaulquappen einer Froschart, rechts: Laichschnüre der Erdkröte (Bufo bufo)

 

Reptilien wie Zauneidechse (Lacerta agilis), Waldeidechse (Zootoca vivipara), Blindschleiche (Anguis fragilis) und Ringelnatter (Natrix natrix natrix) nutzen die zahlreichen Verstecke, Sonneninseln sowie das Nahrungsangebot des Biotops.

Blindschleiche

Links: Blindschleiche (Anguis fragilis), rechts: Zauneidechse (Lacerta agilis)


Sehr vielfältig ist auch die Libellenpopulation im Biotop. Während Blauflügel-Prachtlibelle (Calopterix virgo) und Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens) nur als Gäste an die Tümpel kommen, zum Laichen aber nahe Fließgewässer nutzen, durchlaufen zahlreiche andere Arten auch ihr Larvenstadium in den Kleingewässern des Biotops. Hierzu zählen die Kleinlibellen Hufeisen-Azurjungfer (Coenagrion puella), Gemeine Binsenjungfer (Lestes sponsa), Große Pechlibelle (Ischnura elegans), Gemeine Weidenjungfer (Lestes viridis) und Frühe Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula) sowie die Großlibellen Spitzenfleck (Libellula fulva), Plattbauch (Libellula depressa), Vierfleck (Libellula quadrimaculata), Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) und Blutrote Heidelibelle (Sympetrum sanguineum).
 
AdonisAzur

Links: Frühe Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula), rechts: Hufeisen-Azurjungfer (Coenagrion puella)

SpitzenfleckPlattbauch

Links: Spitzenfleck (Libellula fulva), rechts: Plattbauch (Libellula depressa)

 

Im letzten Jahr konnte außerdem der Weberbock (Lamia textor) auf dem Biotopgelände nachgewiesen werden.


Weberbock (Lamia textor)


Der Pflegeaufwand für das Feuchtbiotop liegt heute pro Jahr bei ca. 100 Stunden. Zu den Pflegemaßnahmen zählen das Mähen der Feuchtwiesenbereiche, das Zurückschneiden des Gehölzaufwuchses im Umfeld der Gewässer und Steinstapel sowie das Zurückdrängen des Pflanzenbewuchses der Tümpel um eine Verlandung zu verhindern.

 

Das Guckental gehörte bis 1992 zu einem Truppenübungsplatz, dem heutigen Naturschutzgebiet Listhof, welches direkt an das Biotop grenzt. Etliche Zeugnisse aus der Zeit der militärischen Nutzung sind noch bis heute zu sehen und zu finden.

Munition

Geschoss: Durchmesser ca. 1,5 cm, Länge ca. 5 cm


© Albverein Betzingen Januar 2015

Karl Reuter
http://www.naturschutz.reptil.de